5 Gründe gegen Content Marketing

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Content Marketing ist dir irgendwie suspekt. Du sollst nach allen Regeln der Storytelling-Kunst bloggen, in einen Dialog mit potentiellen Kunden treten, die Brand Awareness steigern – und das ganze ohne auf die Features deines Produkts einzugehen.

Crispy Content | Content Marketing Trash

Crispy Content | Content Marketing Trash

Hier sind 5 Gründe, die dir helfen, nicht dem Content Marketing Hype zu erliegen:

1. Deine Kunden treffen Kaufentscheidungen innerhalb von Sekunden

Heutzutage werden nahezu doppelt so viele Quellen in die Kaufentscheidung einbezogen als noch 2010. Nach dem Kontakt mit einem Produkt, dem ersten Impuls, setzt der sogenannte Zero Moment Of Truth ein: Der Konsument liest Testberichte, erkundigt sich in sozialen Netzwerken, schaut sich Produktvideos an und vergleicht Preise. Allein über das Internet sind so innerhalb kürzester Zeit viele Informationen zusammengetragen. Bei 84% der Nutzer wird die Kaufentscheidung vom ZMOT beeinflusst. Der Einkauf im Geschäft oder im Online-Shop ist deshalb nur noch das Resultat der umfassenden Recherche. Daher bietet es sich für dich an, über Content Marketing überall dort vertreten zu sein, wo der potentielle Kunde recherchiert. Das steigert die Wahrnehmung und Bindung an deine Marke und damit die Verkäufe. Eventuell gehören deine Kunden aber auch zu den 16%, die schon der Werbespot überzeugt, die impulsiv einkaufen und sich nicht informieren.

2. Deine Kunden sind emotionslose Roboter

In einem Artikel auf McCombs Today wird ein interessantes Experiment beschrieben: Zwei Gruppen von Teilnehmern werden zwei Hühner gezeigt. Der ersten Gruppe wurde das rundliche als gesundes, aber nicht so leckeres, das dünne als genetisch manipuliertes, aber wohlschmeckendes Huhn kommuniziert.  Bei der zweiten Gruppe wurden die Eigenschaften der Hühner vertauscht. Trotzdem entschieden sich die Teilnehmer aus den beiden Gruppen mit unterschiedlichsten Begründungen für das rundliche Huhn.
In weiteren Tests ließ sich das Verhalten auch im Marketing, in der Politik oder der Religion nachweisen.

Die Schlussfolgerung der Wissenschaftler:

„Anscheinend findet dieser Prozess unbewusst statt. Die Leute nehmen nicht unbedingt wahr, dass sie sich diese Rechtfertigungen ausdenken. Noch interessanter ist die Tatsache, dass genau die Personen, die meinen, dass Emotionen unwichtig sind und sich für rational halten, am ehesten in diese Falle tappen.“

Sind vergleichbare Features von Produkten und Dienstleistungen unwichtig? Keinesfalls, aber oftmals dienen sie nur noch der Rechtfertigung für den Kauf, nachdem die Entscheidung auf emotionaler Ebene schon längst gefallen ist.

Ach, deine Kunden studieren nur die Hard Facts, vergleichen stur die Preise und treffen daraufhin eine rationale Kaufentscheidung. Wie war das nochmal mit den Hühnern?

Crispy-Content | A Tale of Two Chickens

Fotos: McCombs Today

3. Deine Zielgruppe teilt nicht gerne Inhalte

Täglich werden 30 Milliarden Inhalte allein über Facebook geteilt. Darunter Links zu Webinhalten, Newsseiten, Posts in anderen sozialen Netzwerken, Fotos und Videos. Nun gut, Facebook nutzen insgesamt 1,3 Milliarden Menschen, bleiben immer noch knapp 6 Milliarden potentielle Kunden, die im weltweit größten Social Network nicht vertreten sind. Schaut man sich mal einen lokalen Markt wie Deutschland an, so sehen wir, dass 2014 immerhin 27 Millionen User in Facebook aktiv sind. Exakt, bleiben immer noch über 50 Millionen, die Facebook nicht nutzen. Vielleicht gehören sie auch nicht zu den 9 Millionen Google+, den 4,5 Millionen LinkedIn- oder den 3 Millionen Instagram-Nutzern. Du kannst gerne darauf verzichten, dass User deine Inhalte Freunden empfehlen, auch wenn Punkt 1 und 2 uns sagen, dass die Menschen Empfehlungen und Emotionen stark in die Kaufentscheidung einbeziehen.

4. Nervende Werbung kommt bei deinen Kunden gut an

Früher war es so einfach. Deine potentielle Zielgruppe wurde per TV-Spot, Radiowerbung oder Printanzeige gezielt bespielt. Heute sind es unzählige Websites, soziale Netzwerke oder Videoportale, auf denen sich die Konsumenten vergnügen oder nach Informationen suchen. Und das auch noch per Second Screen auf dem iPad, im schlechtesten Fall während dein Werbespot läuft.

Um auch im Internet die gewünschte Aufmerksamkeit zu erlangen, hat man sich z.B. Online-Bannerwerbung einfallen lassen. Diese werden von vielen Nutzern kaum noch wahrgenommen, daher werden sie immer größer oder springen als Pop-Up-Anzeigen einfach über den begehrten Webinhalt. Laut einer von Adobe in Auftrag gegebenen Studie empfinden in Deutschland 58%, in den USA 74% der Nutzer dieses Werbeformat als lästig. Getoppt wird das nur von der Kaltakquise per Telefon (DE: 82% / USA: 89%).

Bist du lieber der laute Marktschreier oder der Bäcker, der die warmen, backfrischen Semmeln verkauft?

5. Deine Kunden benutzen keine Suchmaschinen

38 Millionen Menschen nutzen in Deutschland den Suchmaschinen-Giganten Google. Bing, Yahoo und die anderen Anbieter kommen nochmal auf ungefähr 4 Millionen Nutzer. Damit entscheiden die Algorithmen der Suchmaschinen für mehr als 50% der Einwohner Deutschlands, welchen Content von Blogs, Foren und Shops wir in unsere Kaufentscheidung einbeziehen können. Google bevorzugt nach dem Hummingbird-Update übrigens Websites, die regelmäßig mit frischem und uniquem Content versorgt werden und auf natürliche Weise das Interesse von Nutzern auf sich ziehen.

Crispy Content: 5 Content-Marketing-Tipps für Google Hummingbird

Sicherlich gibt es auch noch eine Offline-Welt, doch wenn Mitte 2013 das deutsche Traditions-Versandhaus Otto bekannt gibt, den über 1.000 Seiten starken Katalog mit einer Auflage von 4 Millionen Stück pro Saison einzustellen, dann nicht ohne Grund: Der Otto-Versand generiert 80% der Umsätze über das Online-Geschäft; und vielleicht hilft dabei aktuell auch der Fashion-Blog – powered by Otto.

Du hast wirklich den gesamten Artikel gelesen? Vielleicht ist Content Marketing dann doch etwas greifbarer geworden – oder du hast letztendlich nur nach Gründen gesucht, um auch weiterhin das Thema „Content“ links liegen zu lassen.

Eventuell lassen Begriffe wie „Unique Content“ neue Fragen aufkommen. Aufklärung schafft unser Crispy-Content-Marketing-Glossar mit über 120 Content-Marketing-Definitionen.

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Autor: Ben Harmanus