Bezahltes Social Sharing: Tupperware-System vs. Inbound Marketing?

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Wenn man so will, führt erfolgreiches Inbound Marketing dazu, dass ein Unternehmen auf einen Schlag etliche unbezahlte Mitarbeiter hat: Multiplikatoren im Internet, die den eigenen Content oder Produkte kommentieren, verbreiten und empfehlen. Fast scheint es so, als ob ein ominöser altruistischer Grundgedanke dem Internet inne wohnt, der dem kapitalistischen Ansatz, Handeln durch Belohnung zu steuern, au contraire gegenübersteht. Immer mehr Marketingagenturen bieten einen solchen Service. Doch was kommt am Ende dabei rum?

Social Sharing und Content Marketing

User Generated Content vs. Paid Content

Derweil ist allerdings ein schleichender Prozess eingetreten, gekennzeichnet durch die in Deutschland von unzähligen Agenturen angetriebene und rasch voranschreitende Professionalisierung des, vermeintlich aus nicht monetären Motiven heraus, produzierten Contents. Typische Beispiele dafür sind:

1. Amazon

Auf Amazon hoch angesehene Buchkritiker werden entweder direkt von Verlagen oder über Amazon Vine, dem Club der Produkttester, mit dem Verfassen einer Rezension beauftragt. Für die Rezensionen erhalten die Verfasser selbstverständlich ein entsprechendes Honorar. Die meisten Einkäufer gehen beim Lesen der Bewertungen hingegen davon aus, dass der Autor ohne finanzielle Interessen, rein aus sozialen (oder auch narzistischen) Beweggründen heraus sein Wissen geteilt hat.

2. Youtube

Professionelle Youtube-Vermarkter wie etwa Mediakraft bündeln die Reichweite der von ihnen vermarkteten Kanäle. Einnahmen werden durch Productplacements oder Produktvorstellungen mit Kaufaufruf – früher auch Schleichwerbung genannt – erzielt. Die Erlöse werden zwischen Youtuber und Vermarkter geteilt. Die Protagonisten suggerieren dem Zuschauer, sie produzierten den Clip aus Spaß an den Selbstaufnahmen, indem sie so authentisch wie möglich sind.

Vom Affiliate Marketing zum bezahlten Social Sharing?

Affiliate Marketing hat bereits zu einem Wandel der Blogs geführt. Viele Blogger posten beispielsweise längst keine Schnäppchen mehr, damit möglichst viele ihrer Mitmenschen von den von ihnen entdeckten Schnäppchen profitieren. Die Leserschaft hat diese Monetarisierung des erstellten Blog-Contents weitestgehend akzeptiert. Shareifyoulike ermöglichte das bezahlte „Social Sharing“ auf Facebook: Wer einen Content mit seinen Freunden geteilt hat, wird per Klick vergütet. Dieser Service wurde inzwischen eingestellt. Der Verkauf von „Tweets2 und „Likes“ ist hingegen weit verbreitet.

Gutes Content Marketing führt zum Win-Win für alle Beteiligten

Zweifelsfrei ist der Zugang zu sozialen Netzwerke neben gutem Content ein Schlüssel für erfolgreiches Inbound Marketing. Inwiefern allerdings eine Monetarisierung der Online-Empfehlungen durch Konsumenten hilfreich ist, scheint nach den obigen Beispielen fraglich. Geht der Schuss womöglich sogar nach hinten los?

Der Wert von Empfehlungen im näheren sozialen Umfeld – auch auf Social Media – beruht auf zwei wesentlichen Punkten: Erstens ist angesichts der Freundschaft die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Freund jemandem etwas Gutes tun will; zweitens ist die Gefahr niedriger, dass ein Freund einem aus finanziellen Gründen „Schmuh andrehen“ will.

Alte Vertriebskanäle in einer neuen Marketingwelt

Aus der alten Welt kennen wir bereits das Tupperwarensystem bzw. das Schneeballprinzip. Beide zielen auf die Monetarisierung sozialer Umgebungen durch Verkaufsempfehlungen ab. In der Verkaufspraxis mögen sich diese Modelle mehr oder minder bewährt haben. Die Seriosität der Produkte, Freundschaften und die Reputation des Empfehlungsgebers haben wohl in der Mehrzahl gelitten.

Auf der anderen Seite zeigt das von Usern akzeptierte Affiliate Marketing, dass monetäre Anreize für Empfehlungen durchaus erfolgreich sein können – und zwar für alle Beteiligten. Welche Schlüsse können wir für unser Inbound Marketing ziehen?

Der Wert von Empfehlungsgebern beruht auf der Qualität ihrer Empfehlungen

Wer mit seiner Inbound Marketing Strategie langfristig erfolgreich sein möchte, kann sich an einer einfachen Formel orientieren – seriöse Agenturen berücksichtigen diese in ihrer Social Media Strategie: Die Reputation des Empfehlungsgebers + die Qualität des Produkts/eigenen Contents = Glaubwürdigkeit. Die Quintessenz daraus lautet:

1. Begeistern Sie relevante Meinungsführer

Es ist sinnvoll, Experten oder Meinungsführer für Produktkritiken oder das Teilen des selbst produzierten Contents zu gewinnen. Die zufällige, pauschale Incentivierung vieler Facebook- oder Twitter-User hinterlässt schnell einen faden Beigeschmack. Shares auf Facebook oder Tweets von Personen mit vielen Followern können Anstoß dafür sein, dass Ihr produzierter Content viral wird. Solche Shares sind wichtiger, als massenweise eingekaufte Tweets oder Shares willkürlicher Personen.

2. Setzen Sie auf hochwertigen Content

Experten oder Meinungsführer sind nur sinnvolle Empfehlungsgeber, wenn es sich um ein qualitativ hochwertiges Produkt oder guten Content handelt. Empfehlen sie minderwertige Produkte leidet, gerade durch die Kommentarfunktionen im Internet, die Reputation des Empfehlungsgebers, und dadurch auch der Wert der soeben erstellten Empfehlung. Schlimmstenfalls wird die Kritik am Empfehlungsgeber, nicht aber ihr Content viral.

3. Gewinnen Sie Vertrauen

Tatsächlich sind Empfehlungen von Freunden oder Experten via Social Media aus einem einzigen Grund wertvoll: Für Sie relevante Empfehlungsgeber wissen, dass – so sie ihren Followern etwas vorgaukeln – ihre, im Falle der Experten, hart erarbeitete Reputation schlagartig dahin sein kann. Bewusst oder unbewusst teilen sie dieses Wissen auch mit ihren Kontakten in ihren sozialen Netzwerken. Da im Internet alle mitkommunizieren und nachvollziehen können, wer was sagt, ist Reputation ein wohl zu hütender Wert. Denn für unbezahlte negative Kritik in Kommentarspalten und Foren sind User bekanntlich immer zu haben (wobei auch diese im Falle unbeliebter Konkurrenz schon monetarisiert wurde).

Guter Inhalt schlägt schönen Schein

Bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass im Inbound Marketing Investitionen in die Qualität des Contents und der durch Inhalte forcierte Aufbau eines stabilen Netzwerks zu Experten und Multiplikatoren immer noch eine deutlich aussichtsreichere Strategie darstellen, als der kurzfristige und für den Rezipienten unkenntliche Zukauf vermeintlicher Online-Zuneigung. Wer diesen Rat befolgt und sich bei der Wahl seiner Agenturen und Mitarbeiter daran orientiert, erhält Empfehlungen und Likes auf Social Media von ganz alleine und völlig unbezahlt.

Wir unterstützen Sie gern bei der Entwicklung Ihrer eigenen Social-Media-Strategie. Melden Sie sich bei uns, wir sind für Sie da!

 


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Gründer & CEO

Gerrit Grunert

Gerrit Grunert ist Gründer und CEO von Crispy Content. Immer unter Strom steckt er voller kreativer Ideen und infiziert damit seine Umgebung. Diese explosive Mischung weiß Gerrit sowohl im Job, als auch in der Freizeit optimal zu nutzen: Während er seit seiner Jugend daran arbeitet, der schnellste Gitarrist der Welt zu werden oder in Radrennen seine Ausdauer testet, zettelt er im Crispy Office die Revolution des Content Marketings an.Unser Team