Content Marketing: Die ultimativen SEO-Texte mit der WunDerwaFfe WDF * IDF. WTF!

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Für dein Content Marketing benötigt deine Website frische Texte. Endlich kann man sich dem Thema SEO-Content widmen und die neuen Inhalte dabei gleich so schreiben – oder schreiben lassen, dass sie das Suchmaschinen-Ranking verbessern. Auf der Suche nach einem Dienstleister stößt du auf eine Vielzahl von Content-Lieferanten, die deine Texte per WDF * IDF-Analyse erstellen. Irre – eine Formel für den perfekten SEO-Text. Wow!

Crispy Content | WDF*IDF

Crispy Content | WDF*IDF

Bevor ich auf die WDF * IDF (bzw. within-document-frequency * inverse-document-frequency) eingehe, möchte ich kurz über die Keyword Density sprechen. Die Keyword Density gibt an, welchen prozentualen Anteil ein Schlüsselwort innerhalb eines Textes hat. Je nachdem, wen man fragt, bekommt man einen anderen prozentualen Wert empfohlen, der zu einem guten Ranking in den Google-Suchergebnissen führen soll. Mit einem Wert von ca. 4% erzielt man gute Ergebnisse, jenseits der 7% hagelt es oftmals Ranking-Verluste. Denn Google bewertet eine unnatürliche Dichte eines Keywords als „Keyword-Stuffing“.

Ja schön, was bewirkt denn jetzt die WunDerwaFfe WDF * IDF?

Wie die Keyword Density wird WDF * IDF dazu genutzt, um zu analysieren, welche inhaltlichen Signale dein Text den Suchmaschinen-Algorithmen sendet. Ich fasse die Faktoren, die bei der WDF * IDF-Analyse zur Messung der Relevanz deines Textes einfließen, mal so zusammen:

• Wie oft kommen alle Wörter innerhalb deines Textes vor.

• Wie viele Dokumente gibt es innerhalb einer Datenbank, die ebenfalls ein Schlüsselwort deines Textes beinhalte.

• In welchem Verhältnis steht die Anzahl der Seiten, die deine Keywords beinhalten, zu der Gesamtmenge an Seiten in der Datenbank.

Die Größe einer Datenbank variiert je nach WDF * IDF-Werkzeug und bildet immer nur grob ab, welche Artikel im Web  inhaltliche Überschneidungen haben. Eine Optimierung per WDF * IDF soll dir helfen, folgende Schwachstellen in deinem SEO-Text zu erkennen:

• Das von dir präferierte Schlüsselwort dominiert nicht in deinem SEO-Text.

• Es sind nicht genügend themenverwandte Keywords vorhanden.

• Es gibt Keywords, die durch ihr häufiges Auftreten den Kontext verfälschen können.

Klingt das hilfreich? Ja. Aber ist das etwas anderes, als das, was professionelle Texter im Content Marketing sowieso beherrschen? Wohl nicht.

Ist WDF * IDF = guter Content? Ja, nein, vielleicht?

Zugegeben, es klingt verkaufsfördernd. Endlich kannst du etwas in Zahlen verpacken, was vorher, zumindest vor dem Live-Schalten, nur schwer zu bewerten war. Absurd ist es jedoch,  wenn Text-Produzenten (ich vermeide hier bewusst die Termini „Content-Marketer“ oder „Content-Strategen“) WDF * IDF als Abkürzung zum Erfolg im Content Marketing einsetzen wollen. Jetzt mal ehrlich: Diese eine Formel soll den Erfolg deines SEO-Textes und deines Webauftritts garantieren?

Bei Google arbeiten ein Dutzend der smartesten Menschen dieses Planeten. Der Suchmaschinen-Gigant modifiziert über 500 Mal im Jahr einen streng geheimen Algorithmus, der die Rankings in den Ergebnislisten bestimmt.  Große Google-Algorithmus-Updates mit niedlichen Tiernamen wie „Hummingbird“ oder „Panda“ sorgen bisweilen für neue Spielregeln. Dann folgt der Aufschrei der SEO-Verantwortlichen und Google wird für die Einbrüche der Sichtbarkeit in den Suchmaschinen verantwortlich gemacht. Verantwortlich sind jedoch diejenigen, die auf Tricksereien, statt auf User-Experience setzen!

Die Online-Marketing-Instanz Karl Kratz sagte 2010 in einem Blog-Beitrag über den „SEO Mythos Keyword Density“ :

„Wer mit dem Faktor „Keyword Density“ arbeitet, hat SEO nicht verstanden“

In diesem Artikel rechnet er mit der Keyword Density ab und verweist darauf, dass die Verwendung von WDF * IDF geeigneter sei, um die Hauptaussage eines Textes zu definieren. Leider scheinen die Meisten den Artikel nicht zu Ende gelesen zu haben, oder sie picken sich nur das heraus, was am nützlichsten erscheint, um Kunden den schnellen SEO-Erfolg zu prophezeien.

Karl Katz’s Fazit ist letztendlich ernüchternd:

Übrigens: Über die hier beschriebenen Methoden lässt sich trefflich streiten – das ist ein wenig so, als ob jemand eine technische Chartanalyse als Grundlage für seine nächste Investitionsentscheidung in Aktien trifft. Grauenhaft, nicht? 50% der Leser wiederum finden diese Methode gut … Aber am allerwichtigsten: Gute Inhalte für Benutzer schreiben, nicht für Suchmaschinen, gell? 😉

Wenn du wissen möchtest, was Karl Kratz sonst noch zu guten Online-Inhalten zu sagen hat, dann schaue dir dieses, von t3n veröffentlichte, Interview an.

Wer sich nur auf den Faktor WDF * IDF verlässt, hat SEO nicht verstanden.

Ich sehe WDF * IDF als eine Formel, die man nutzen kann. Es ärgert mich jedoch, wenn SEO auf den technischen Aspekt reduziert wird. Ohne Frage, im Content Marketing musst du im Hintergrund auch auf technische Hilfsmittel setzen. An der Front kann ein technisch stimmiger SEO-Text dann trotzdem gnadenlos scheitern. Der Suchmaschinen-Erfolg deiner Texte ist vom Nutzerverhalten abhängig – und Menschen sind nun mal Menschen. Sie nehmen den Gesamteindruck deiner Website auf und scannen deinen Content mit ihren emotionalen Filtern.

Sean Si, Chefredakteur von SEO-Hacker.com, bringt es in seinem Artikel über den Human Emotional Filter und den Effekt auf die SEO auf den Punkt:

„Stimulieren Sie die emotionalen Filter der Menschen. Ihre Mitbewerber hängen wahrscheinlich noch bei der technischen SEO fest. Ihre Kreativität und Ihre Fähigkeit mit Ihren Nutzern  auf emotionale Weise zu kommunizieren sind Ihre größten Stärken – und die können nicht so leicht vervielfältigt werden“

Dein SEO-Content muss deiner Content-Strategie dienen. Headlines müssen das Interesse wecken, den Artikel lesen zu wollen. SEO-Texte dürfen nicht nur ein Gebilde aus Keywords sein, da die Leser ansonsten abspringen, als würden sie sich auf einem untergehenden Schiff befinden.

Wie wirkt sich das Versagen von WDF * IDF auf die SEO-Performance deiner Webpages aus?

• Google misst die kurze Verweildauer auf deiner Website und nimmt an, dass dein Content von geringer Relevanz (z.B. für die vorangegangene Suchanfrage in der Google-Suche) ist.

• Deine Nutzer teilen deine Inhalte nicht. Daher entstehen weder positive Social Signals noch Links von anderen Websites/Blogs.

• Dein SEO-Content wird zum Einstiegs-, aber auch zum Ausstiegspunkt deiner Website. Der restliche Content deiner Seite bleibt ungelesen und wird aus SEO-Sicht wertlos.

Das ist keine Rocket Science. Diese Performance kannst du täglich über das kostenfreie Google Analytics Tool beobachten.

Entmachte WDF * IDF und definiere Key Performance Indicators für deine SEO-Texte,  welche über ein Ranking durch Keyword-Platzierungen hinausgehen!

Diese Ziele können folgende sein:

• Ein Einkauf in deinem Online-Shop.

• Die Anmeldung zu deinem Newsletter.

• Der Klick auf eine untergeordnete Landing Page oder einen weiteren Artikel.

• User-Engagement in Form eines Kommentars oder des Teilens deines Inhalts.

• Eine Kontaktaufnahme deines potentiellen Kunden, um spezifischere Informationen über deine Dienstleistungen oder Produkte zu erhalten.

Content Marketing verfolgt das Ziel, eine positive Reputation und eine enge Beziehung zum Kunden aufzubauen. Beides ist nicht so einfach von der Konkurrenz zu kopieren. Beides verlangt, dass dein Content auf deine Kunden zugeschnitten ist. Es verlangt aber auch, dass dein Text-Produzent das Ziel deines SEO Content sehr genau versteht. Einen sich ständig entwickelnden Google-Algorithmus  auf Basis gefährlichen Halbwissens zu bedienen, kann nach hinten losgehen.

Wenn Google morgen das nächste Update auf deinen SEO Content loslässt, kann dein Optimierungs-Wahn zu gravierenden Sichtbarkeitseinbußen in den Suchmaschinen-Ergebnislisten führen.

Quelle: SEOlytics.de
Crispy Content | SEO-Trainee Seolytics
Websites, die eine wiederkehrende Leserschaft haben, kann, will und wird Google nicht abstrafen. Daher ist es für die Produktion von guten Inhalten nötig, das Content-Zepter nicht einfach im blinden Vertrauen auf WDF * IDF aus der Hand zu geben. Content Marketing entfaltet seine Wirkung auf die Suchmaschinen und den Nutzer am besten, wenn die Expertise von SEO-Experten, professionellen Textern, Webdesignern und Content-Strategen im Interesse der Brand gebündelt wird.

Weitere Tipps zum Thema Content Production findest du in meinem Blog-Beitrag über die 6 Schritte eines erfolgreichen Content-Marketing-Kreislaufs.

Update 26.05.2014: In einem aktuellen Artikel widme ich mich den beiden Google-Algorithmus-Updates Panda 4.0 und PayDay Loan 2.0 und deren Auswirkungen auf Content Marketing.

Autor: Ben Harmanus