KI-Schulung 2026: Formate, Kosten & Förderung
Zuletzt aktualisiert am 30. September 2026 um 06:43 Uhr.Eine KI-Schulung ist eine strukturierte Weiterbildungsmaßnahme, die Mitarbeitenden die Kompetenz vermittelt, KI-Werkzeuge wie ChatGPT oder Bildgeneratoren im Berufsalltag gezielt und verantwortungsvoll einzusetzen. Seit Februar 2025 verpflichtet der EU AI Act in Artikel 4 Unternehmen dazu, KI-Kompetenz bei ihrem Personal sicherzustellen – trotzdem erhält bislang nur rund jeder fünfte Beschäftigte eine solche Schulung. Die Lücke zwischen regulatorischem Anspruch und betrieblicher Wirklichkeit ist erheblich. Dieser Artikel zeigt, welche Formate – vom kompakten KI-Workshop über eine mehrstufige KI-Academy bis zur KI-Zertifizierung – es gibt, was ein praxistaugliches Curriculum enthält, welche Kosten entstehen und welche Förderprogramme bis zu 100 % der Weiterbildungskosten übernehmen.

Warum KI-Kompetenz 2026 zur Pflichtaufgabe wird
Regulatorischer Druck und wirtschaftliche Notwendigkeit treffen aufeinander – und beide zeigen in dieselbe Richtung. Laut Bitkom-Studienbericht 2026 (Befragung 2025) setzen 41 % der deutschen Unternehmen KI aktiv ein, weitere 47 % planen oder diskutieren den Einsatz. Gleichzeitig berichten acht von zehn Befragten in der McKinsey-Studie „The State of AI" (Ausgabe 2026), dass KI ihre Arbeit verbessert hat. Die Verbesserung tritt allerdings messbar nur dort ein, wo formale Schulungen stattfinden. Wer KI im Team einführt, kennt das Problem: Am Anfang steht die Sensibilisierung, nicht die Software. Wie sich echte KI-Kompetenz über praxisnahe KI-Trainings und Workshops aufbauen lässt – von den Grundlagen generativer Systeme bis zu den ethischen Fragen rund um Datenschutz und Verantwortung –, zeigen wir in unserem Angebot an konkreten Anwendungsfällen aus Marketing und Vertrieb.
EU AI Act Art. 4 – die KI-Kompetenzpflicht im Detail
Seit dem 2. Februar 2025 ist Artikel 4 des EU AI Act geltendes Recht. Die Vorschrift betrifft Anbieter und Betreiber von KI-Systemen gleichermaßen – also nicht nur Technologieunternehmen, sondern jede Organisation, die KI-Tools im Geschäftsbetrieb einsetzt. Ein bestimmtes Zertifikat oder Prüfungsformat schreibt der Gesetzgeber nicht vor. Verlangt wird der Nachweis, dass das Personal über ausreichende KI-Kompetenz verfügt und diese aktiv gefördert wird. Bei Nichteinhaltung drohen Bußgelder. Die Formulierung ist bewusst offen gehalten, was Unternehmen Gestaltungsspielraum gibt – aber eben auch die Pflicht, diesen Spielraum aktiv zu nutzen.
Produktivitätsgewinne durch KI-Schulung – was die Zahlen zeigen
Formale KI-Trainings durch den Arbeitgeber erzielen eine Effektivitätsrate von 48 % – der höchste Wert aller untersuchten Maßnahmen in der McKinsey-Workplace-Studie 2025. Selbstlernen per YouTube oder Trial-and-Error liegt deutlich darunter. Das PwC AI Jobs Barometer (Ausgabe 2026) ergänzt das Bild: KI-gestützte Rollen wachsen schneller als der Gesamtarbeitsmarkt, erfordern aber fortgeschrittene Skills. Für Unternehmen bedeutet das, dass der Aufbau dieser Skills zur Voraussetzung wird, um an diesem Wachstum teilzuhaben. Der Bitkom-Studienbericht 2026 (Befragung 2025) beziffert den Effekt nach Angaben des Verbands konkret: rund 77 % der KI-nutzenden Unternehmen berichten demnach von messbaren Effizienzgewinnen.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Unternehmen mit aktivem KI-Einsatz | 41 % | Bitkom-Studienbericht 2026 (Befragung 2025) |
| Unternehmen, die den KI-Einsatz planen oder diskutieren | 47 % | Bitkom-Studienbericht 2026 (Befragung 2025) |
| Beschäftigte mit KI-Schulung | ca. 20 % | Bitkom Weiterbildungsstudie 2025 |
| Effektivitätsrate formaler KI-Trainings | 48 % | McKinsey 2025 |
KI-Workshop, KI-Academy oder KI-Zertifizierung – welches Format passt?
Die drei gängigen Formate unterscheiden sich in Dauer, Tiefe und Abschluss. Ein KI-Workshop dauert einen halben bis zwei Tage und vermittelt anwendungsbezogenes Wissen für den sofortigen Einsatz. Eine KI-Academy ist ein mehrwöchiges Programm mit aufeinander aufbauenden Modulen, das systematisch Kompetenz aufbaut. Eine KI-Zertifizierung schließt mit einer Prüfung und einem anerkannten KI-Zertifikat ab, das als Compliance-Nachweis oder Karrierebaustein dient. Eine einzelne Schulung nimmt die Berührungsangst, ein strukturiertes Curriculum baut Können auf. Wie Teams über ein stufenbasiertes KI-Curriculum mit Zertifizierungs-Sprints vom Einsteiger zum Power-User werden und dabei einen dokumentierten Kompetenznachweis erhalten, den auch der EU AI Act voraussetzt, ist Teil unserer KI-Academy.
| Kriterium | KI-Workshop | KI-Academy | KI-Zertifizierung |
|---|---|---|---|
| Dauer | 0,5–2 Tage | 4–12 Wochen | 2–6 Monate |
| Zielgruppe | Teams, die schnell starten wollen | Abteilungen mit strategischem KI-Bedarf | Einzelpersonen, die Nachweis benötigen |
| Abschluss | Teilnahmebestätigung | Modulzertifikate | Anerkanntes KI-Zertifikat |
| Typischer Einsatz | Kick-off, Sensibilisierung | Systematischer Kompetenzaufbau | Compliance-Nachweis, Karriereentwicklung |
Wann ein KI-Workshop die richtige Wahl ist
Ein KI-Workshop eignet sich für Teams, die innerhalb weniger Tage produktiv mit KI-Werkzeugen arbeiten wollen – ohne monatelange Vorlaufzeit. Ein konkretes Szenario: Ein 12-köpfiges Marketing-Team will die Content-Produktion mit ChatGPT beschleunigen. Ein zweitägiger Workshop mit Fokus auf ChatGPT-Schulung und Prompt Engineering liefert sofort anwendbare Techniken für SEO-Briefings, Social-Media-Texte und Kampagnenideen. Die Teilnehmenden verlassen den Raum mit getesteten Prompts, die auf ihre tatsächlichen Workflows zugeschnitten sind. Ein Workshop taugt wenig, wenn er am Arbeitsalltag vorbeiläuft. Weil die besten Ergebnisse dort entstehen, wo konkrete Herausforderungen aus dem Team den Ausgangspunkt bilden, entwickeln wir als Anbieter maßgeschneiderte Content-Marketing-Workshops gemeinsam mit den Beteiligten – praxisnah und auf messbare Wirkung ausgerichtet.
Wann eine KI-Academy oder KI-Zertifizierung sinnvoll ist
Eine KI-Academy lohnt sich, wenn mehrere Abteilungen ein gemeinsames KI-Curriculum durchlaufen sollen – etwa Marketing, Vertrieb und Kundenservice gleichzeitig. Das modulare Format erlaubt es, Grundlagen gemeinsam zu legen und dann abteilungsspezifisch zu vertiefen. Eine KI-Zertifizierung ist dann sinnvoll, wenn interne Governance-Richtlinien einen dokumentierten Kompetenznachweis verlangen oder wenn Mitarbeitende ihre KI-Expertise für die eigene Karriereentwicklung formalisieren wollen. Für den reinen Compliance-Nachweis nach EU AI Act reicht eine dokumentierte Teilnahmebestätigung – ein formales Zertifikat geht darüber hinaus.
Was ein praxistaugliches KI-Curriculum abdeckt
Ein KI-Curriculum, das im Arbeitsalltag wirkt, umfasst drei Ebenen: Grundlagen (Was ist generative KI, wie funktionieren Large Language Models), Anwendung (Prompt Engineering, ChatGPT-Schulung, Bildgeneratoren) und Governance (Datenschutz, Urheberrecht, EU AI Act). Ohne diese drei Ebenen bleibt eine KI-Schulung oberflächlich – entweder fehlt das Verständnis für die Grenzen der Technologie, oder die rechtlichen Risiken werden ignoriert.
- Grundlagen-Modul: Funktionsweise generativer KI, Unterschied zwischen KI-Assistenten und autonomen Agenten, Grenzen und Halluzinationsrisiken. Dazu gehört die Frage, warum ein Sprachmodell plausibel klingende Falschaussagen produziert und wie sich KI-Ausgaben anhand von Quellen und Plausibilitätsprüfungen bewerten lassen.
- Anwendungs-Modul: Prompt-Engineering-Kurs mit Techniken für Marketing-Texte, SEO-Briefings und Kampagnenideen. ChatGPT-Workshop für Content-Erstellung, Bild- und Videogenerierung. Prompt Engineering ist kein Geheimwissen, aber solange jeder für sich herumprobiert, bleibt das Wissen im Kopf einzelner. Wie sich getestete KI-Skills und Prompt-Playbooks für jede Abteilung dokumentieren und im ganzen Team einsetzen lassen, statt bei null anzufangen, erklären wir in unserem Leistungsangebot im Detail.
- Governance-Modul: DSGVO-konforme Nutzung von KI-Tools, Urheberrecht bei KI-generierten Inhalten, Kennzeichnungspflichten ab August 2026. Dieses Modul bildet die rechtliche Grundlage dafür, dass der KI-Einsatz im Unternehmen dauerhaft rechtssicher bleibt – etwa bei der Frage, welche Daten in externe Tools eingegeben werden dürfen.
- Praxis-Modul: Anwendung auf reale Projekte des Unternehmens mit messbaren Ergebnissen. In diesem Modul werden die gelernten Techniken an laufenden Aufgaben aus dem Tagesgeschäft erprobt und die Resultate dokumentiert.
Gut zu wissen: Ein Prompt-Engineering-Kurs vermittelt nicht nur Formulierungstechniken, sondern auch die Fähigkeit, KI-Ausgaben kritisch zu bewerten – eine Kernkompetenz, die der EU AI Act unter „KI-Kompetenz" versteht.
KI-Schulung Kosten – Preisspannen und Einflussfaktoren
Die Kosten einer KI-Schulung variieren je nach Format, Gruppengröße und Individualisierungsgrad erheblich. Ein offener KI-Workshop kostet pro Person zwischen 500 und 1.500 €. Inhouse-Formate für Teams liegen bei 3.000 bis 10.000 € pro Tag, enthalten dafür aber ein auf das Unternehmen zugeschnittenes Curriculum. Mehrmonatige KI-Zertifizierungen bewegen sich zwischen 2.500 und 8.000 € pro Teilnehmer – inklusive Prüfung, Betreuung und anerkanntem Zertifikat.
| Format | Preisspanne | Enthaltene Leistungen |
|---|---|---|
| Offener KI-Workshop (1–2 Tage) | 500–1.500 € / Person | Standardcurriculum, Teilnahmebestätigung |
| Inhouse-KI-Workshop (1–2 Tage) | 3.000–10.000 € / Tag | Individuelles Curriculum, unternehmensspezifische Use Cases |
| KI-Zertifizierung (2–6 Monate) | 2.500–8.000 € / Person | Prüfung, anerkanntes Zertifikat, Betreuung |
Welche Faktoren den Preis bestimmen
Der größte Preistreiber ist die Individualisierung. Ein Standardprogramm, das für jede Branche gleich abläuft, kostet weniger als ein Workshop, der auf die konkreten Use Cases eines Unternehmens zugeschnitten wird – liefert aber auch weniger Wirkung. Trainer-Qualifikation und nachweisbare Praxiserfahrung im jeweiligen Fachgebiet beeinflussen den Tagessatz ebenso wie das Durchführungsformat. Präsenzschulungen sind teurer als reine Online-Formate, erzielen bei Hands-on-Themen wie Prompt Engineering aber erfahrungsgemäß bessere Ergebnisse. Die Gruppengröße wirkt in beide Richtungen: Größere Gruppen senken den Pro-Kopf-Preis, reduzieren aber den individuellen Übungsanteil.
KI-Weiterbildung Förderung – Bildungsgutschein, QCG und weitere Programme
Bis zu 100 % der Kosten einer KI-Weiterbildung können durch staatliche Förderprogramme übernommen werden. Die drei wichtigsten Instrumente sind das Qualifizierungschancengesetz (QCG) für Beschäftigte in Unternehmen, der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit für Arbeitsuchende und das Qualifizierungsgeld bei strukturwandelbedingtem Weiterbildungsbedarf. Die Förderhöhe hängt von der Unternehmensgröße und der individuellen Situation ab.
| Programm | Zielgruppe | Max. Förderung Kurskosten | Max. Lohnkostenzuschuss |
|---|---|---|---|
| Qualifizierungschancengesetz (QCG) | Beschäftigte in Unternehmen | Bis 100 % (< 50 MA) / 50 % (250+ MA) | Bis 75 % |
| Bildungsgutschein | Arbeitsuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen | Bis 100 % | – |
| Qualifizierungsgeld | Beschäftigte bei Strukturwandel | 60–67 % des Nettoentgelts | – |
So funktioniert die Förderung über das Qualifizierungschancengesetz
Der Antrag läuft über die Agentur für Arbeit. Voraussetzung ist, dass der Bildungsträger AZAV-zertifiziert ist – ohne diese Zertifizierung keine Förderung. Unternehmen mit 1 bis 49 Mitarbeitenden erhalten bis zu 100 % der Kurskosten und bis zu 75 % der Lohnkosten während der Schulungszeit erstattet. Bei Unternehmen ab 250 Mitarbeitenden sinkt die Förderung auf bis zu 50 % der Kurskosten und 30 % der Lohnkosten. Die Staffelung soll kleinere Unternehmen gezielt entlasten, die den KI-Kompetenzaufbau aus dem eigenen Weiterbildungsbudget schwerer finanzieren können als Großunternehmen.
Hinweis: Die Förderung gilt ausschließlich für Weiterbildungen bei zertifizierten Trägern. Inhouse-Workshops ohne AZAV-Zertifizierung sind über das QCG nicht förderfähig.
KI-Workshop für Marketing-Teams – worauf es bei der Auswahl ankommt
Ein KI-Workshop für Marketing-Teams muss über allgemeine ChatGPT-Einführungen hinausgehen. Entscheidend ist, ob der Workshop die konkreten Workflows des Teams adressiert – Content-Erstellung, SEO-Briefings, Kampagnenplanung, Social-Media-Produktion. Ein generischer Workshop, der für jede Abteilung gleich abläuft, verschenkt den größten Hebel: die direkte Anwendung auf das Tagesgeschäft. Am Ende zählt, ob eine Botschaft ihre Zielgruppe erreicht und sich von den Angeboten der Wettbewerber unterscheidet. Welche Rolle KI im Marketing dabei spielt und wie sie hilft, sich auf Marke und Geschäftsziel zu konzentrieren, ordnen wir in unserer Leistungsübersicht ein.
- Branchenfokus: Der Anbieter bildet Marketing-spezifische Anwendungsfälle im Curriculum ab – von der Headline-Generierung bis zur automatisierten Kampagnenanalyse. Ob ein Anbieter das leistet, lässt sich vorab an Referenzprojekten und Beispiel-Prompts aus dem Marketing erkennen.
- Praxisanteil: Mindestens 50 % der Schulungszeit entfällt auf Hands-on-Übungen mit den eigenen Tools und Daten. Der Übungsanteil entscheidet darüber, ob die Inhalte nach der Schulung tatsächlich in den laufenden Workflows genutzt werden.
- Nachhaltigkeit: Follow-up-Sessions oder eine begleitende KI-Academy sichern den Wissenstransfer. Ein einzelner Workshop-Tag legt die Basis; der Transfer in den Arbeitsalltag braucht Wiederholung und Begleitung.
- Messbarkeit: Ein Vorher-Nachher-Vergleich der Produktivität – etwa die Zeitersparnis bei der Content-Produktion oder die Anzahl produzierter Briefings pro Woche – macht den Schulungserfolg sichtbar und budgetierbar.
Wer den Aufbau von KI-Kompetenz im Marketing-Team nicht allein stemmen will, kann die Konzeption mit einer spezialisierten Kommunikationsagentur wie Crispy Content® entwickeln – als eine Option neben internen Trainern oder reinen Schulungsanbietern.
Drei Entwicklungen, die KI-Schulungen bis 2027 verändern
Die nächste Generation von KI-Trainings wird anders aussehen als das, was wir heute kennen. Drei Entwicklungen treiben den Wandel: Agentic AI verändert die Anforderungen an Schulungsinhalte grundlegend, KI-gestütztes Lernen im Arbeitsfluss ersetzt klassische Seminarformate, und Micro-Credentials lösen monolithische Zertifizierungen ab.
- Agentic AI als neues Schulungsthema: Autonome KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben ausführen und Entscheidungen treffen, erfordern Kompetenzen in Orchestrierung und Überwachung. Prompt Engineering allein reicht nicht mehr – wer KI-Agenten steuert, muss Prozesse definieren, Ergebnisse validieren und Eskalationspunkte setzen können.
- Learning in the Flow of Work: Deloitte beschreibt in den Global Human Capital Trends (Ausgabe 2026) „Always-on-Learning" als messbaren Wettbewerbsvorteil. KI-Schulung wird in den Arbeitsalltag integriert statt als zweitägiges Blockseminar durchgeführt – etwa durch KI-gestützte Lernassistenten, die im Moment des Bedarfs Wissen liefern.
- Micro-Credentials statt Langzeitzertifizierung: Modulare KI-Zertifikate, die einzeln erworben und kombiniert werden können, ersetzen starre Zertifizierungsprogramme. Ein Marketing-Team erwirbt ein Micro-Credential für Prompt Engineering, ein anderes für KI-gestützte Bildgenerierung – je nach Bedarf.
- Regulatorische Verschärfung: Ab August 2026 gelten erweiterte Kennzeichnungspflichten für KI-generierte Inhalte. Schulungsinhalte müssen laufend aktualisiert werden, um mit der Regulierung Schritt zu halten. Ein Curriculum aus dem Jahr 2025 muss deshalb spätestens 2027 inhaltlich überarbeitet werden.
KI-Schulung strategisch verankern – der entscheidende Schritt
KI-Schulung ist kein einmaliges Event, sondern ein fortlaufender Prozess. Unternehmen, die KI-Kompetenz systematisch aufbauen, erzielen messbare Produktivitätsgewinne und erfüllen gleichzeitig die regulatorischen Anforderungen des EU AI Act. Die Zahlen sind eindeutig: 48 % Effektivitätsrate bei formalen Trainings gegenüber deutlich niedrigeren Werten bei Selbstlernen. Der erste Schritt ist ein KI-Workshop, der auf die konkreten Workflows des Teams zugeschnitten ist. Darauf folgt ein strukturiertes Curriculum mit klaren Lernzielen und Erfolgsmessung. Eine Methode wirkt nur, wenn sie konsequent angewendet wird – das gilt auch für den Kompetenzaufbau.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche KI-Schulung eignet sich für ein Marketing-Team ohne Vorkenntnisse?
Ein eintägiger bis zweitägiger KI-Workshop mit Fokus auf ChatGPT-Schulung und Prompt-Engineering-Kurs ist der effektivste Einstieg. Das Format vermittelt sofort anwendbares Wissen für Content-Erstellung, SEO-Briefings und Kampagnenplanung, ohne technische Vorkenntnisse vorauszusetzen. Entscheidend ist, dass der Workshop Marketing-spezifische Use Cases abbildet und mindestens 50 % Praxisanteil enthält.
Ist eine KI-Zertifizierung nach dem EU AI Act verpflichtend?
Nein. Artikel 4 des EU AI Act verlangt, dass Unternehmen die KI-Kompetenz ihres Personals fördern – ein bestimmtes Zertifikat oder Prüfungsformat ist nicht vorgeschrieben. Ein dokumentierter Schulungsnachweis, etwa durch einen KI-Workshop mit Teilnahmebestätigung, reicht als Compliance-Maßnahme aus. Eine formale KI-Zertifizierung geht über die gesetzliche Mindestanforderung hinaus und dient primär der Karriereentwicklung oder internen Governance.
Wie hoch sind die Kosten für einen Inhouse-KI-Workshop?
Ein Inhouse-KI-Workshop mit individualisiertem Curriculum kostet zwischen 3.000 und 10.000 € pro Tag, abhängig von Gruppengröße, Individualisierungsgrad und Trainer-Qualifikation. Offene KI-Seminare liegen bei 500 bis 1.500 € pro Person. Der größte Preistreiber ist die Individualisierung: branchenspezifische Use Cases und unternehmensbezogene Übungen erhöhen den Aufwand, steigern aber die Wirkung im Arbeitsalltag erheblich.
Kann ein Unternehmen KI-Schulungen über den Bildungsgutschein fördern lassen?
Der Bildungsgutschein richtet sich primär an arbeitsuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen und deckt bis zu 100 % der Kurskosten. Für Beschäftigte in Unternehmen ist das Qualifizierungschancengesetz (QCG) das passende Förderinstrument – mit bis zu 100 % Kostenübernahme bei Unternehmen unter 50 Mitarbeitenden. Voraussetzung ist in beiden Fällen ein AZAV-zertifizierter Bildungsträger.
Was unterscheidet einen Prompt-Engineering-Kurs von einer allgemeinen ChatGPT-Schulung?
Eine ChatGPT-Schulung vermittelt die grundlegende Bedienung des Tools – Eingabe, Ausgabe, Einstellungen. Ein Prompt-Engineering-Kurs geht tiefer: Er lehrt systematische Techniken zur Steuerung von KI-Ausgaben wie Rollenanweisungen, Chain-of-Thought-Prompting und Few-Shot-Prompting sowie die kritische Bewertung der Ergebnisse. Für Marketing-Teams, die KI produktiv in Workflows einbinden wollen, ist der Prompt-Engineering-Kurs die sinnvollere Investition, weil er neben der Bedienung auch die Steuerungskompetenz aufbaut.
Quellen
Bitkom e. V. (2026): Künstliche Intelligenz in Deutschland – Studienbericht 2026. URL: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Kuenstliche-Intelligenz-in-Deutschland-Studienbericht-2026 (Zugriff am 10.09.2026).
Bitkom Akademie (2025): Weiterbildungsstudie 2025. URL: https://www.bitkom-akademie.de/weiterbildungsstudie (Zugriff am 10.09.2026).
McKinsey & Company (2026): The State of AI: Global Survey 2026. URL: https://www.mckinsey.com/capabilities/quantumblack/our-insights/the-state-of-ai (Zugriff am 10.09.2026).
McKinsey & Company (2025): AI in the Workplace: A Report for 2025. URL: https://www.mckinsey.com/capabilities/quantumblack/our-insights/superagency-in-the-workplace-empowering-people-to-unlock-ais-full-potential-at-work (Zugriff am 10.09.2026).
PwC (2026): AI Jobs Barometer 2026. URL: https://www.pwc.com/gx/en/issues/artificial-intelligence/job-barometer.html (Zugriff am 10.09.2026).
Deloitte (2026): 2026 Global Human Capital Trends. URL: https://www2.deloitte.com/us/en/insights/focus/human-capital-trends.html (Zugriff am 10.09.2026).
Europäische Union (2024): AI Act – Artikel 4: KI-Kompetenz. URL: https://artificialintelligenceact.eu/de/article/4/ (Zugriff am 10.09.2026).
appliedAI Institute (2025): KI-Kompetenzen in deutschen Unternehmen – Schlüssel zu einer Jahrhundertchance für Deutschland. URL: https://www.researchgate.net/publication/388098765_KI-Kompetenzen_in_deutschen_Unternehmen_Schlussel_zu_einer_Jahrhundertchance_fur_Deutschland (Zugriff am 10.09.2026).
Bundesagentur für Arbeit (2026): Qualifizierungschancengesetz – Förderung 2026. URL: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/foerderung-von-weiterbildung (Zugriff am 10.09.2026).
Gerrit Grunert
Gerrit Grunert ist Gründer und CEO von Crispy Content®. 2019 veröffentlichter er das bei Springer Gabler erschienene Standard-Werk "Methodisches Content Marketing" sowie die Online-Kurs-Serie "Making Content". Privat ist Gerrit ein leidenschaftlicher Gitarren-Sammler, liest gern Bücher von Stefan Zweig und hört Musik von vorgestern.