Die digitale Transformation der PR

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Wann muss sich eine traditionsreiche, konservative und konventionelle Marketing-Disziplin wie die Public Relations neuen digitalen Trends öffnen? Spätestens dann, wenn alteingesessene PR-Agenturen Pitches gegen Influencer-Marketing-Agenturen aus Berliner Hinterhöfen verlieren. Gegenfrage: Können Influencer-Marketing-Agenturen aus Berliner Hinterhöfen etwas von alteingesessenen PR-Agenturen lernen? Ganz unbedingt. Handwerk. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Brüder und Schwestern im Geiste zusammenwachsen und voneinander profitieren.

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Rewind!

Die PR ist gefühlt Hunderte von Jahren alt und beschäftigt sich, unabhängig von ihren Themen, mit ein- und demselben Auftrag: Ein Thema so zu inszenieren, dass es mit Hilfe ausgewählter Publikumsorgane eine möglichst große und dennoch passende Öffentlichkeit erreicht. 

Auch, wenn sich der Arbeitsauftrag der klassischen PR-Agenturen kaum geändert hat, so tat es wohl die sie umgebende Medienlandschaft:

Viele Magazine kamen und gingen, einige von ihnen überlebten als digitale Avatare, Unternehmen wie Red Bull Media House wurden zu Publikumsorganen im Dienste der eigenen Marke und Einzelpersonen wie Kim Kardashian erreichen heute mit einem Post mehr Menschen in Deutschland, als es die Bild-Zeitung mit einer Ausgabe tut.

Wenn sich der Adressat verändert, dann auch irgendwann die Message.

Ein anderes Zeitalter

Hatte der PR-Manager 1990 noch ein Rolo-Deck mit 50 der wichtigsten Meinungsmacher auf seinem Schreibtisch, so wird ihm genau dieses Rolo-Deck nicht mehr weiterhelfen. Seine Meinungsmacher heißen nicht mehr Kai Dieckmann oder Stefan Niggemeier, sie heißen Rezo oder AlexiBexi. Das sind Personen, denen PR-Päpste wie Albert Oeckl nie über den Weg gelaufen wären und, wenn das der Fall gewesen wäre, so hätten sie ihnen wohl kaum die Hand geschüttelt. Die Beeinflussung der öffentlichen Meinung hat sich demokratisiert, im Guten wie im Schlechten.

Die Mechaniken der Meinungsbeeinflussung sind dieselben geblieben, die Werkzeuge haben sich jedoch verändert. Rolo-Deck, Telefon und Sekt- Empfänge sind stumpf geworden, heute gewinnt der, der mit Listening-Tools die richtigen Kontakte im Meer der unzähligen Einflussnehmer bzw. Influencer identifiziert und sie mit den passenden, weil gematchten Themen bespielt. Aus der Individualbetreuung der Kontakte ist ein datengetriebenes Medienmanagement geworden.

Neue Wettbewerber

Wer nicht aus der PR-Branche kommt, den werden diese Trends nicht überraschen. Social Media Marketer und Suchmaschinenspezialisten haben sich des angestammten Feldes bemächtigt und machen Unternehmen Angebote, die diese kaum abschlagen werden: Positionierung durch die Generierung von grenzenloser digitaler Sichtbarkeit und Reichweite. Vielleicht sind diese digitalen Experten nicht die elegantesten Kommunikatoren und auch nicht die begabtesten Netzwerker, aber sie machen sich ihr Handwerk zu Nutze und liefern dem Kunden beeindruckend messbare Ergebnisse, die anschließend auch vertrieblich genutzt werden können, wenn sie denn nun schon einmal vorliegen.

Wir statuieren:

„Wer gestern keinen Digital Expert eingestellt hat, kann heute seine PR-Butze dicht machen.“

Das Modell zur Transformation und die praktische Umsetzung sind im zweiten Teil dieses Beitrage in Gerrits Gastbeitrag in der W&V+ zu lesen. Viel Spaß!

 

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